20 Jahre KHM-Kollektivvertrag: Wir fordern einen KV für alle Bundesmuseen und die Nationalbibliothek!

Anlässlich des 20-jährigen Jubiläums des Kollektivvertrags des Kunsthistorischen Museums Wien (KHM) bekräftigt die FSG-GÖD ihre Forderung nach einem Kollektivvertrag für alle Bundesmuseen und die Nationalbibliothek.

Jährlich werden etwa 450 Kollektivverträge verhandelt. Kollektivverträge verhelfen ArbeitnehmerInnen zu Rechten und Ansprüchen, die nicht in Gesetzen geregelt sind, oder zu günstigeren als den gesetzlichen Regelungen. Kollektivverträge ermöglichen regelmäßige Einkommenserhöhungen für ArbeitnehmerInnen durch Lohn- und Gehaltsverhandlungen der Gewerkschaft mit der ArbeitgeberInnenseite. Über Kollektivverträge können faire Arbeitsbedingungen für verschiedene Branchen verhandelt werden. Das betrifft Arbeitszeitgestaltung, Vereinbarkeitsfragen zu Beruf und Familie, Flexibilisierung und Mobilität, Freizeitansprüche, Zulagen und Prämien sowie Schutzbestimmungen oder die Absicherung besonderer berufsspezifischer Bedürfnisse.

Dennoch müssen die Bediensteten der Österreichischen Bundesmuseen und der Österreichischen Nationalbibliothek seit ihrer Ausgliederung zum überwiegenden Teil ohne Kollektivvertrag auskommen. Einzig in einem von acht Häusern, dem Kunsthistorischen Museum Wien (KHM), ist es gelungen, nach der Ausgliederung aus dem Bundesdienst um die Jahrtausendwende einen Kollektivvertrag zu verankern.

Die freiwillige Betriebsrätekonferenz der Österreichischen Bundesmuseen und der Österreichischen Nationalbibliothek setzt sich dafür ein, dass künftig ALLE Bundesmuseen und die Nationalbibliothek einen Kollektivvertrag bekommen. Daher hat der Zusammenschluss im Mai die Initiative #wir gehen leer aus! gestartet. Zu Gast am Maiaufmarsch läutete die Betriebsrätekonferenz mit rund 60 KollegInnen öffentlich ihre KV-Kampagne #wir gehen leer aus! ein.

Die BetriebsrätInnen der Bundesmuseen kämpfen unermüdlich für ihre Rechte. So fand bereits im Frühjahr ein offizielles Treffen der Betriebsrätekonferenz mit der SPÖ-Parlamentsfraktion in der SPÖ-Zentrale im Beisein von SPÖ-Abgeordneten Thomas Drozda und der Kultur-Klubsekretärin Sabine Seuss statt. In Folge wurde im April eine parlamentarische Anfrage zum fehlenden Kollektivertrag von den Abgeordneten Sonja Hammerschmid (i. V. für Thomas Drozda) und von Katharina Kucharowits im Parlament eingebracht. Der Weg zur weiteren Unterstützung bei notwendigen Gesetzesanträgen für den Kollektivvertrag wurde damit gelegt.

Im Juli erfolgte von der SPÖ-Parlamentsfraktion in enger Abstimmung mit der Betriebsrätekonferenz und der FSG-GÖD ein weiterer Antrag zur gesetzlichen Verankerung der DirektorInnenkonferenz im Bundesmuseengesetz. Dieser Antrag wurde von der Liste Jetzt und Neos unterstützt, aber leider mit den Stimmen der ÖVP und FPÖ abgelehnt.  Nichtsdestotrotz konnte dadurch das Anliegen der Betriebsrätekonferenz im Bewusstsein aller Parlamentsfraktionen stärker verankert werden.

Als Teil der Betriebsrätekonferenz der Bundesmuseen unterstützen die Genossinnen und Genossen der FSG-GÖD der Bundesmuseen (insbesondere der Nationalbibliothek, des Kunsthistorischen Museums Wiens, des Technischen Museums Wien und der Universitäten) die Forderung nach einem Kollektivvertrag für alle Bundesmuseen und die Nationalbibliothek. Darüber hinaus fordern sie:

  • Nein zu Stundenlöhnen von € 6,50
  • Bekämpfung von prekären Beschäftigungsverhältnissen
  • Erhöhung der Basisabgeltung für alle Bundesmuseen und die Nationalbibliothek

Die FSG-GÖD mit der FSG-ARGE für ausgegliederte Bereiche wird nicht ruhen, bis diese Forderungen erfüllt sind. Denn die Zukunft der Kulturarbeit im öffentlichen Dienst muss für alle Beschäftigten fair und sicher sein.

Weitere Infos unter www.wirgehenleeraus.at.