Land OÖ bringt Pflegefachassistenzen um 3000 Euro pro Jahr – Wir wehren uns!

Bis zu 3000 Euro Pflegezuschlag will das schwarz-blau geführte Land Oberösterreich den Pflegefachassistenzen – ein neuer Beruf mit zweijähriger Ausbildung – streichen. Verhandlungen mit der Gewerkschaft werden von Landeshauptmann Stelzer konsequent verweigert. Jetzt hagelt es Proteste!

Land OÖ ignoriert Gewerkschaften
Branko Novakovic, Zentralbetriebsratsvorsitzender des Kepler Universitätsklinikums, ergreift das Wort für mehr Respekt für Pflegekräfte

Schon am 20. November 2018 haben die vier für das Gesundheits- und Sozialwesen zuständigen Gewerkschaften (GÖD OÖ, GPA-djp OÖ, younion OÖ und vida OÖ) in einem Brief an Landeshauptmann Thomas Stelzer um einen Gesprächstermin ersucht. Besprochen werden sollte ein neues Pflegepaket für eine zukunftsorientierte Gestaltung der Gesundheitheitsberufe. Trotz insgesamt sechsmaliger Anfrage mehrerer Gewerkschaften hat es das Land Oberösterreich aber bis jetzt nicht der Mühe wert empfunden, auf die Terminanfrage der Gewerkschaften zu reagieren.

„Schon allein das ist ein Affront, doch dass nun PflegefachassistentInnen ohne eine einzige Verhandlung um ihren Pflegezuschlag umfallen sollen, schlägt dem Fass den Boden aus“, sind sich der GPA-djp-Landesgeschäftsführer Andreas Stangl, younion-Landesvorsitzender Mag. Christian Jedinger, vida-Landesvorsitzender Helmut Woisetschläger und der Landesvorsitzende der Fraktion Sozialdemokratischer GewerkschafterInnen (FSG) in der GÖD, Hubert Bogner, einig.

MitarbeiterInnen entgehen fast 3000 Euro pro Jahr

Dass das Land die Pflegefachassistenz mit viel zu niedrigen Gehältern einstufen will*, wurde kürzlich in einem Schreiben des Landes an die Ordenskrankenanstalten bekannt. Ein Pflegezuschlag ist dabei keiner vorgesehen. „Alleine durch die Nichtberücksichtigung des Pflegezuschlags würden den Beschäftigten 213 Euro pro Monat entgehen – insgesamt also bei 14 Gehältern fast 3000 Euro pro Jahr“, sind die Gewerkschaftsspitzen empört.

Ausgeschriebene Stellen sind besondere Provokation
Gewerkschaftsprotest vor dem Landhaus in Linz

Dass in einem weiteren Schreiben nur von einem „vorläufigen Zwischenergebnis“ die Rede ist, ist eine besondere Provokation. Erstens hat noch keine einzige Verhandlung stattgefunden und zweitens wurden im Kepler-Universitätsklinikum bereits Stellen für Pflegefachassistenzen mit genau dieser Einstufung ausgeschrieben.

Das werden sich die Gewerkschaften nicht gefallen lassen. Landeshauptmann Stelzer kann sich auf breiten Protest einstellen. Die Spontankundgebung am 31. Jänner 2019 vor dem Landhaus in Linz war nur der Anfang. Bereits am 14. Februar geht es mit einer BetriebsrätInnen-Konferenz weiter.

* im Detail: Besoldungsstufe 18 + 100%-Zuschlag zu Stufe 17